Findlinge

Hier einzelne Bilder, neue und alte, die mir bei der Arbeit begegnen – auf der Festplatte oder in der wirklichen Welt.

Die Kopfleiste zeigt den Bahnsteig von Baron’s Court /Piccadilly Line. Da stand ich an einem Aprilabend 2009 und wartete zunehmend nervös auf einen Zug nach Heathrow, der nicht und nicht (aber schließlich doch noch) kam. Sonst wäre ich nach dem Büchertag in London und dem Spazieren durch Hampstead wohl nicht nach Köln zurückgekommen. Und in der Wartezeit schaut man sich um, was es so zu sehen gibt. Baron’s Court hat jedenfalls eine der schönsten Bahnsteigkanten im Londoner Netz.

Am 10. Februar ’16 auf dem Weg nach Barcelona fiel im Hafen von Ametlla de Mar ein Haufen Netze erst ins Auge und anschließend  – sozusagen – auf den Sensor.

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Im nördlichen Teil des Hafens Besen und Maskottchen auf einem kleinen Schiff:

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Weiter gen Barcelona und etwas später am Tag  in Calafell (ganz in der Nähe des noch fast ursprünglich erhaltenen „typischen“ blau-weißen Strandhauses von Carlos Barral) – ansonsten ist die Meerpromenade dort so gräßlich wie fast überall) sah ich dann wieder einmal, dass im „richtigen“ Licht auch ganz banale Szenerien von innen heraus leuchten können:

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3. Februar 2016 – gefühlte Minusgrade bei Wind und schauerndem Schneeregen auf der Südbrücke in Bonn, aber viele viele Krähen, die sich dort mit zunehmender Dämmerung zum Plaudern versammeln.

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Je dunkler es wird, desto mehr kommen dazu:

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Und von der Brücke hinunter zu den Rheinaue-Seen geschaut sah es manchmal so rätselhaft aus:

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Ende November 2015 stand ich rauchend vor dem Künstlerforum in Bonn, die D 800 über der Schulter. Es regnete leicht und vor mir eine kleine Pfütze, in der sich die neuen farbigen Röhren in den beiden Lampenkreisen auf dem Platz vor dem Künstlerforum so spiegelten:

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Fast Ende August 2015 in Berlin begegnete mir bei Wanderungen durch Neukölln – ich vermute, an einem Kanal, das bekomme ich aber noch heraus – dieses Bild: Abendlicht aufs Wasser und Spiegelungen einer Boje.

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Vorher, es war der 22. August (um genau zu sein), lag diese Installation am Weg – nicht in einer Galerie oder einem  Museum, sondern am Ein-/Ausgang eines Friedhofs.

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Später an diesem Tag eine wunderbar karge Szene in einer U-Bahn-Station in Neukölln – schöner und schlichter geht es nicht, finde ich:

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Nach einem Gewitterregen – Ende Juli – spiegelte sich in den Pfützen vor der Halle der ‚Waldfeuerwehr‘ in Ballestar dies:

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Mitte Juli waren auf dem Ebro-Delta die Libellen sehr zutraulich.

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Abends an diesem Tag – auf der immer noch fast glühenden Gasse vor dem Haus in Ballestar führten die Geckos in der Straßenlampe eine Art Schattenballett auf. (Ergänzung im Herbst 2015: Wohl das letzte Mal, dieses Ballett. Die Lampen sind auf kalte LED-Leuchtplatten umgestellt worden.)

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Wieder nach Süden unterwegs, im Juli 2015, und wieder in Pont St. Esprit kreuzt eine schielend-schöne Katze unseren Weg. Damit aber erst einmal genug Tierwelt. 

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In Altenburg, an einem sonnigen Juni-Wandertag in einem schattigen Wald, erst diese Pfütze…

D90-139-324.800p… und später, nach Sonnenuntergang, dieser Imbiss.

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Nachts in Wien im Mai 2015 – an der Währinger Straße auf eine Straßenbahn wartend, die dann am Ende als Bus herankam – war diese Szene schräg gegenüber zu sehen. RMJ fiel dazu ein: „Unseren täglichen Hopper gib uns heute…“.

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Auch tagsüber ist Wien ziemlich unvergesslich, etwa auf dem St. Marxer Friedhof:
Eine Menge kopf- oder gesichtsloser, manchmal auch einflügliger Engel in einem verwilderten Knochengarten, das alles eingepasst in ein stetig rauschendes Autobahn- und Gleisdreieck.

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Wieder – im Oktober ’14 – nach Norden zurückfahrend bleiben wir über Nacht in Mâcon. Der Becher beim Koffeintanken an der A 7 – noch zwei, drei Fahrstunden vor Mâcon – hatte im harten Nachmittagslicht geradezu nach einer Aufnahme verlangt.

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Und ebenso die im Nebel liegende Brücke über die Rhône am nächsten Morgen.

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Auf der Fahrt gen Süden im Oktober 2014 leuchtet in Pont St. Esprit der halbe Mond über Dächern (die man im Foto nicht sieht) & neben Bäumen. SEHR klare Oktober-Luft.
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Am nächsten Morgen – durch die Stadt wandernd – wie seit Jahrzehnten ein suchender Blick auf diesen Reifen-Laden, der wunderlicher Weise ab und an auch noch offen hat.

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Mitten in Wismar ist uns im August 2014 diese Ladenfront begegnet. Auf dem Marktplatz war an diesem Tag ein Beachvolleyball-Turnier mit ziemlich strapaziöser, die halbe Stadt bassdurchwummernder Musik. Mögen unsere Brüder und Schwestern ihr Vergnügen gehabt haben.



Dass nachts nicht alle Katzen grau sind – gut zu sehen im holsteinischen  Oldenburg, auch im August 2014.


 

 

 

 

 

Nie habe ich so viele aufgelassene Tankstellen gesehen wie in der Gegend von Gaziantep und Sanliurfa in der Türkei – eine Reise Ende April 2014. Beim nächsten Mal dort werde ich eine Serie machen. Ein schönes Beispiel ist diese Tankstelle – im Hintergrund graste entspannt ein Esel.

 

In Göbekli Tepe, nahe bei Sanliurfa, kann man Steinarbeiten sehen, die – zwölftausend Jahre später – einfach erstaunen, von ihrer Perfektion her.



Am Nemrut Dagi, wo ein (offenbar) etwas verrückter König einen Berggipfel (unwegsam und sowieso schon über 2000 Meter hoch) für sein Grabmal noch weiter  aufschütten ließ, stehen monumentale Köpfe – nach einigen Erdbeben nicht mehr dort, wo sie einst standen, aber – immer noch  sehr eindrucksvoll.

Ebenso vielfältig wie aufgelassene Tankstellen – Friseurläden. Dieser steht in Kahta.


 

Die ziehenden Kraniche einzufangen hatte ich schon ziemlich oft versucht in den letzten Jahren. Meist war ich zu spät; oder das Licht hat nicht gestimmt oder ein Baum oder Haus war mit im Bild.  Jetzt, Ende Februar 2014, kam es hier in Aegidienberg einmal so heraus, wie ich mir das vorgestellt habe.

Wo früher die Schmalspurbahn aus Reus in Salou endete, da steht heute so eine Art Denkmal mit einem kleinen Wasserbecken-Springbrunnen. Ohne eine Ahnung, woher die Konfetti kamen – dieses Ensemble sah im Februar 2014 unter grauem Himmel voller Möwen jedenfalls so aus:


Dieses Foto aus dem Spätsommer/Herbst 2o13 in Aegidienberg heißt „Gotcha“, weil ich SEHR viele Anläufe gebracht habe, um einen dieser vielen vom Wind Getriebenen  einzufangen.

In Les Cases del Riu (an der Nordgrenze von Valencia) gibt es einen wirklich kleinen Park mit ein, zwei Bäumen, direkt daneben die wundersame Bar namens Fina, wo man sogar im Freien den Kaffee nehmen kann, wenn man auf der „Terrasse“ ein Plätzchen zwischen all den Getränkekisten und sonstigen Uten- und Ex-Utensilien findet.  Mitten in diesem Park ein kleiner Pool für die Kinder des Dorfes.
Anfang Juni 2013 – da war es noch nicht wirklich frühlingswarm geworden nach einem sehr windigen Mai – sah dieser Pool (na ja, ein Teil davon) so aus:

Ein kleines, dunkles Foto für einen großen, hellen Freund, der in diesen Tagen seinen Körper in den Kreislauf zurückgegeben hat. Obwohl wir eigentlich noch einmal am Karl-August-Platz (in Berlin) Milchkaffee trinken, rauchen und reden wollten. Andermal (und anderswo – jenseits der Steine und des Sandes) ist auch noch ein Tag, Uli. Hoffe ich.
Das Foto ist von unserem Milchkaffeetisch aus Richtung Karl-August-Platz gemacht, November 2005, warm genug noch damals, um im Freien zu sitzen.

Im Februar in Ballestar habe ich einen Gecko photographiert, weil er wundersamer Weise an immer der gleichen Stelle in der Sonne verharrte – was ich von Geckos so gar nicht kannte. Wir waren abends angekommen, hatten alle Türen aufgemacht, Licht und Luft ins Haus gelassen. Und morgens saß er da. So:

 

Und mittags saß er auch noch da, aber anders, wieder anders verdreht.
Und nachmittags noch einmal anders.
Und da fing dann mein Hirn (endlich) an, nach den Gründen zu suchen. Einmal der Google-Such-Modus – sozusagen: Was bringt einen Gecko dazu, an einer Stelle zu bleiben?
Ganz einfache Antwort am Ende: Beim Türe aufmachen und Lüften haben wir seinen Fuß eingeklemmt.
Was man sieht ist also ein absolut obszönes Photo eines leidenden Lebewesens.
Dazu passt die Geschichte der Amsel, die letzten Sommer – sehr heftig – gegen unser Fenster flog; mit allen schmerzhaften Folgen. Aber davon habe ich die Bilder nur im Kopf. Mehr dazu vielleicht später.

Was mich immer noch umtreibt: Dass ich nicht schneller geschnallt habe, was (leicht  zynisch gesagt:) den Gecko „bewegte“.

An der Mangenberger Straße in Solingen finden sich nah beieinander diese Haltestellen.
Welche Poesie seitens der Verkehrsbetriebe.

 

 

Jetzt, Mitte Mai,  fiel mir der Bahnhof in Königswinter ein. Im Januar war ich dort und staunte – wieder einmal – über das offen liegende Innenleben der Uhr auf Gleis 1. Die Uhr sieht auch jetzt noch genau so aus. Hoch lebe die Lust der Deutschen Bahn auf gründliche Dekonstruktion. Und ebenso ihr Mut, solche bizarren Installationen zu zeigen.


Gestern, 2. Mai anno 11, begegnete mir beim Flanieren auf der Festplatte der Wolkenfall wieder – aus dem Februar 2010.
Damals, von Köln nach Valencia fliegend, irgendwo zwischen Pyrenäen und Ebro-Delta, war ebendas zu sehen:


Früher waren die Fischer im Hafen von Les Cases noch kreativer bei ihren Installationen. Jetzt haben fast alle einen eigenen Verschlag und kaum etwas liegt herum. Ein bisschen schon noch. Etwa dieses Brett, auf dem man die Farben der letzten Boote ablesen kann, die dort neu gepinselt wurden. Krusten heißt dieses Bild.

 



Die Bar Español in Poblenou del Delta – die letzte Kaffee-Chance vor den Flamingos weiter draußen im Delta.
Oder die erste nach der Visite in Salvadors Gemüsegarten.